TransTagung

Veranstalter:

TrIQ e. V.

Kooperationspartner_innen:

Berliner Aids-Hilfe e.V.

Schwulenberatung Berlin

 

Trans*Tagung 2009

Ankündigung

Anmeldung

Tagungs-Flyer

Kontakt

Gästebuch

Impressum

Links

 

Dokumentation

Trans*Tagung 2008

Trans*Tagung 2007

Trans*Tagung 2006

Erklärung des Orga-Teams der Trans*tagung Berlin 2007

Wir bedanken uns sehr herzlich bei allen Teilnehmer_innen der Trans*tagung 2007, bei den Referent_innen und allen, die mitgeholfen haben, sowie bei allen Freund_innen und Förder_innen für die gelungenen Workshops, Vorträge und Gespräche.

Die große Solidarität und alles Interessante, Konstruktive und Wegweisende, was bei dieser Tagung entwickelt wurde, wurde leider von der am Samstagabend eskalierten Kontroverse um Ausschlüsse überschattet. Um verzerrten Darstellungen und Gerüchten vorzubeugen, möchten wir hier den Hergang der Dinge aus unserer Sicht darstellen:

Am 16. Oktober erhalten wir (die Tagungsorgagruppe) von der Adresse pinkpunxx@web.de eine anonyme E-Mail mit der Aufforderung, einen bestimmten Transmann, der BKA-Beamter ist, von der Tagung auszuschließen. Die Anwesenheit eines BKA-Beamten stelle eine Gefährdung der Teilnehmenden der Tagung dar:

„das bka sammelt in speziellen dateien … auch ohne tatverdacht daten über potentielle gewalttäter. in diese dateien werden auch bloße kontaktpersonen von verdächtigen … aufgenommen oder solche personen, deren persönlichkeit grund zur annahme gibt, dass künftig strafverfahren gegen sie zu führen sein werden… nicht erst in den aktuellen entwicklungen um § 129 a zeigt sich, wie der terrorismus-begriff ausgeweitet wird auf unliebsame politische aktivitäten…. polizist_innen sind verpflichtet, jegliche relevante informationen weiterzuleiten...“

Am 18. Oktober antworten wir, dass wir diesen Trans*mann, der als Privatperson und nicht im Rahmen seiner Arbeit für das BKA an der Tagung teilnimmt, nicht ausschließen wollen, aber das Anliegen der Pinkpunxx sehr ernst nehmen und bieten ein gemeinsames Gespräch an.

19. Oktober: Beim Eröffnungsplenum der Trans*Tagung wird von uns der E-Mail-Austausch angesprochen, unsere Reaktion erklärt und noch einmal auf die Notwendigkeit eines Gesprächs hingewiesen. Wir betonen nochmals die Funktion der Tagung als Schutzraum und den Grundsatz, dass alles Persönliche, was z. B. in den Workshops besprochen wird, vertraulich ist.

20. Oktober: In den Tagungsräumen tauchen Flyer auf, in denen Auszüge der E-Mail vom 16.10. zu lesen sind und in denen ein Ausschluss besagten Transmanns gefordert wird. Nach dem Film, der den Beginn der Party im Café Morgenrot darstellt, beginnt unter den Zuschauer_innen eine Diskussion über die Anwesenheit des o.g. Transmannes auf Grundlage der Flyer, die auch im Café Morgenrot verteilt worden waren. Je eine Person des Morgenrotteams und eine Person der Party-Orga treten auf o.g. Transmann zu und beginnen eine Diskussion über seine Anwesenheit, an der sich auch zwei Personen der Tagungsorga beteiligen. Das Morgenrot stimmt zu, dass der o.g. Transmann bleiben darf um die Show zu fotografieren (womit er von uns beauftragt worden war). Damit ist die Diskussion für die Tagungsorga zunächst erledigt. Unter den Zuschauer_innen werden dann jedoch Äußerungen laut wie „ jetzt schmeißen wir ihn raus …“. Parallel dazu bekundet ein Tagungsteilnehmer auf der Bühne Solidarität mit dem Transmann. Da sich die Situation bedrohlich zugespitzt hat, geleiten wir als Tagungsorga o. g. Transmann hinaus. Im Rahmen einer einstündigen Diskussion vor dem Café Morgenrot erarbeiten wir den Kompromissvorschlag, dass selbiger Transmann seine Kamera einpackt und als einfacher Gast an der Party teilnimmt. Eine Absprache mit dem Morgenrotteam ergibt jedoch, dass er in diesem Falle die Räumlichkeiten sofort verlassen müsse. Daraufhin entscheiden Partyorga und Tagungsorga gemeinsam, die Show und die Party abzusagen.

21. Oktober: Im Anbetracht der Vorfälle rufen wir am Morgen ein außerordentliches Plenum aller Tagungsgäste ein. Wir rekonstruieren gemeinsam den Ablauf des letzten Abends und verabreden, während der Open-Space-Zeit von 13.30 – 15.30 noch einmal allen Seiten Raum für Diskussion zu geben. Die Diskussion findet statt, leider ohne dass die Pinkpunxx mit uns in Dialog treten.

Eine Diskussionsveranstaltung zu dem Thema wird am 26.11. ab 19 Uhr in der AHA (Mehringdamm) stattfinden.

Soweit die Ereignisse aus unserer Sicht. Da wir gegenwärtig von allen möglichen Seiten für das Absagen der Party angegriffen werden und unsere Erklärung dazu am Abend des 20.10. auch nicht alle Partygäste erreicht hat, möchten wir auch hierzu inhaltlich Stellung nehmen:

Wir haben uns bereits im Vorfeld der Tagung deutlich positioniert, dass wir niemanden aufgrund seines_ihres Berufes von der Trans*Tagung ausschließen möchten - das gilt auch für BKA-Polizist_innen und weitere Berufsgruppen, die für manche Menschen problematisch sind. Unsere Tagung ist in erster Linie eine Veranstaltung von Trans*Menschen für Trans*Menschen.

Die Entscheidung, die wir am Samstagabend zu treffen hatten (Party absagen oder den Ausschluss des Transmannes und Tagungsteilnehmers hinzunehmen) war eine, die in keinem Falle zu einem positiven Ergebnis führen konnte - eine no-win-Situation.

Mit der Absage der Party haben wir uns entschieden, unsere Veranstaltung konsequent als einen Schutzraum für Trans*menschen zu handhaben und der Gewaltandrohung gegen einen einzelnen Tagungsteilnehmer klar entgegenzutreten.

Es tut uns sehr leid für alle angereisten Gäste, die nun keine rauschende Party feiern konnten, und für die Künstler_innen und die Partyhelfer_innen, die sehr viel Zeit und Mühe in die Vorbereitung dieses Abends investiert haben. Der Wegfall der Party ist auch für uns ein großer Verlust, übrigens auch in finanzieller Hinsicht, da mit der Party eine der wenigen Einnahmequellen zur Deckung unserer Ausgaben weggefallen ist, was bedeutet, dass wir keine Rücklagen für die nächste Tagung bilden konnten. Dennoch sollten darüber nicht alle anderen Aspekte dieser Tagung, die absolut gelungen sind, in Vergessenheit geraten.

Euer Tagungs-Orga-Team

------------------------------------------------------------------

26. November 2007: Einladung zur Diskussionsveranstaltung "Räume und Gendarm"

TGNB-Diskussionsveranstaltung zum Konfliktfeld “Polizist_innen in queeren und Trans-Räumen”

Seit längerer Zeit schwelt in Berlin ein Konflikt, der sich an der Anwesenheit einer Trans-Person, die sich privat in queeren und Trans-Räumen bewegt und beim BKA tätig ist, entzündet. Hierzu gibt es innerhalb der verschiedenen Fraktionen der Trans-Szene unterschiedliche Positionen, deren Spektrum von den beiden Polen “bedingungsloser Akzeptanz” und “sofortigem Ausschluss” flankiert wird.

Dieser Konflikt ist während der “11. Berliner Trans*Tagung” eskaliert und führte zum vorzeitigen Abbruch der Trans*Party im Café Morgenrot.

Wir - das Plenum des Transgender Netzwerk Berlin TGNB – sehen, dass diese Eskalation eine Geschichte hat und sich insbesondere durch eine gescheiterte Kommunikation auszeichnet, die für einen Mangel an Verständnis, Respekt und Sensibilität für die (Schutz-)Bedürfnisse der jeweils Anderen verantwortlich ist.

Dabei ist uns bewusst, dass in den sich konträr gegenüberstehenden Trans-Fraktionen sowohl moderate als auch radikale Positionen sowohl bezüglich des Konfliktes wie auch seiner Lösung vertreten werden. Mit Besorgnis nehmen wir wahr, dass die im Anschluß an die Eskalation im Café Morgenrot entstandene Diskussion mehr von Polemik und gegenseitigen Anfeindungen, als von Sachlichkeit und dem Versuch die Hintergründe des Konfliktes zu verstehen, geprägt ist und der Konflikt sich schrittweise verschärft.

Als ein Netzwerk, welches diverse Gruppen beinhaltet, die sehr unterschiedliche Positionen zu diesem Konflikt vertreten, darunter auch die beiden oben genannten gegensätzlichen Positionen, sehen wir es als unsere primäre Aufgabe eine Kommunikation herzustellen und damit den Versuch einer für alle Seiten befriedigenden Konfliktlösung zu wagen.

Das TGNB lädt daher unvoreingenommen alle von dem Konflikt betroffenen sowie alle interessierten Gruppen und Individuen zu einer von einer (auch vom TGNB) unabhängigen Moderatorin begleiteten Diskussionsveranstaltung ein:

Datum: Montag, 26.11.2007

Beginn: 19.00 Uhr

Ort: AHA, Mehringdamm 61, Berlin – Kreuzberg, 1. Hinterhof/2. Aufgang rechts/3. OG

(für Rollifahrer_innen gibt es einen Fahrstuhl, der auf Anfrage benutzt werden kann: AHA-Tel: 030/6923600)

nach oben