TransTagung vom 2. bis 4. Oktober 2009 in Berlin

Veranstalter:

TrIQ e. V.

Kooperationspartner_innen:

Berliner Aids-Hilfe e.V.

Schwulenberatung Berlin

Wigstöckel 2009

 

Trans*Tagung 2009

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Dokumentation

Trans*Tagung 2008

Trans*Tagung 2007

Trans*Tagung 2006

Programm der 13. Berliner Trans*tagung (Änderungen vorbehalten!)

Workshops und Vorträge:

Workshop 1 (Freitag, 16 bis 18 Uhr)

WS für transgender: Schule - (k)ein Ort für Transmenschen

Teil 1: für alle transgender

In diesem Workshop soll es zu einem Erfahrungsaustausch über unsere eigenen Schulerfahrungen kommen: Wie haben wir Schule erlebt? Wie hätten wir uns Schule gewünscht? Welche institutionellen Veränderungen würden wir uns wünschen? Wie sähe eine transfreundliche Schule aus?

Die Ergebnisse dieses Wokshops sollen gesammelt und gebündelt werden, um daraus Forderungen an Lehrerbildung und Politik zu formulieren.

Teil 2: Workshop für LehrerInnen; LehramtstudentInnen, Tätige in der LehrerInnenbildung, s. WS 15

Die Workshops werden vom teach:out-Team von Abqueer durchgeführt.


Workshop 2 (Freitag, 16 bis 18 Uhr)

Lesbenszene und Trans* - Workshop für Transmenschen, Partner_Innen und alle Interessierten

Der Workshop soll sich mit folgenden Fragen beschäftigen:

- welche Positionierungen gibt es innerhalb der Szenen?

- an welchen Stellen sind diese fest, wo aber auch veränderlich?

- welche Erfahrungen haben Lesben und Transmenschen miteinander gemacht?

- welche Unterschiede gibt es zwischen früher und heute in ihrem Verhältnis zueinander? Welche regionalen Besonderheiten gibt es vielleicht auch?

Wir wollen mit den Teilnehmenden einerseits erkunden, welche Verunsicherungen und Vorbehalte es im Kontakt zwischen Lesben und Transmenschen gibt, andererseits Gemeinsamkeiten und Verbindungen zwischen den communities herausstellen.

Es soll ein offener Workshop für alle Interessent_innen werden, in dem sich die Teilnehmenden aktiv einbringen.

(Ina Stumpf, Andrea Neuss und Sabrina Laufer, Lesbenberatung)


Workshop 3 (Freitag, 18.15 bis 20.15 Uhr)

Passing für Trans*Männer/Boys und andere Maskulinitäten

- Hier wird nix passend gemacht, was nicht passt -

In einem 2-stündigen Workshop werden zuerst (keine Angst, ganz kurz) theoretische und gesellschaftliche Hintergründe des Passings ("durchgehen ... als") erläutert ehe es im Hauptteil ans Eingemachte geht: wie wird man zum Mann? Kleidung, Schuhwerk, Frisur, Abbinden, Beule in der Hose, Gesichts- und Körperbehaarung, Mimik, Gestik, Körpersprache allg. und Sprache - all diese Bereiche sollen anhand Eurer Erwartungen und Anforderungen ausprobiert werden bis das Passing passt. Warnung: Wer in diesem Workshop geschlechterstereotypen Vorurteilen nachgehen oder Mackern lernen will, käme vergeblich - denn es gibt zu viele Männlichkeiten, um mit einer zu früh zufrieden zu sein. Wer einfach mehr über das Passing als Mann erfahren und es in einer individuell abgestimmten Art auf spielerische Weise ausprobieren oder für den Alltag perfektionieren will, ist genau richtig.

Hinweis: Bitte bringt eigene Anziehsachen und Accessoire (diverse Hüte, Ketten, Schuhe, Halstücher, Armbänder etc.) zum Ausprobieren sowie - sofern vorhanden - Eure Packer (zum Hosenausstopfen) und Abbinder (zum Brustabbinden) mit!

Teilnehmerzahl: max. 12

Kris Ko & Fronck de Sáster (Kingz of Berlin)

Fragen? fronck [at] kingzofberlin.de


Vortrag (Freitag, 18.15 bis 20.15 Uhr)

Zum aktuellen Stand der rechtlichen und politischen Debatte um das TSG

Nach einer kurzen Darstellung der neueren Beschlüsse des Bundesverfassungsgerichts zum TSG und der damit eröffneten Möglichkeiten für den Gesetzgeber werde ich den Entwurf eines "Transsexuellenrechtsreformgesetzes" (TSRRG) vom Bundesinnenministerium und das TSG-Änderungsgesetz von 2009 kritisch kommentieren und den - durchaus unterschiedlichen - Forderungen aus der Trans*-Szene gegenüberstellen.

Anschließend will ich auf die parlamentarischen Aktivitäten der im Bundestag vertretenen Parteien eingehen und ausloten, was vom neu gewählten Bundestag bzw. von der jetzigen Bundesregierung zu erwarten ist, wo die Widerstände gegen eine Modernisierung des Trans*-Rechts verankert sind und in welcher Weise sich die Trans*-Szene politisch einmischen kann.

(Christian Schenk)


Workshop 4 (Samstag, 10 bis 12.30 Uhr)

BoxWS

Boxen wird häufig als ein brutaler und gewalttätiger Sport dargestellt. Dass Boxen aber auch helfen kann, eine größere Bewegungs- und Selbstsicherheit zu erlangen, eigene Stärken und Schwächen zu erproben und damit zu veränderten und verbesserten Strategien der Konfliktvermeidung als auch der Selbstbehauptung beiträgt, fällt in dieser einseitigen Darstellung meist unter den Tisch. Im Rahmen des Workshops soll unter anderem über Konzeptionen von Körperlichkeit, (Un-)Sicherheit und Selbstbewusstsein in Zusammenhang mit Sport diskutiert werden. Den Hauptteil der Veranstaltung nimmt das fitnessorientierte Boxtraining ein, wo erste Grundschritte erlernt und erprobt werden.

Bitte Sportkleidung mitbringen!

(Eva Fraedrich)


Workshop 5 (Samstag, 10 bis 12.30 Uhr)

Sexualität für Transmänner

In diesem Workshop wollen wir offen über Sex von Transmännern sprechen. Wie gelingt es uns Sex zu leben mit unseren Körpern, unabhängig davon, ob wir operiert sind, einen Aufbau haben, hetero oder schwul sind. Wie sehen uns unsere Sexualpartner/innen? Warum haben manche Transmänner gar keinen Sex und was können sie tun, um das zu überwinden? Warum denken wir oft, wir müssten anders sein, als wir sind, um Sex zu leben? Warum sind wir uns ggf. unserer Männlichkeit nicht sicher und sprechen sie uns vielleicht selbst ab? Was/Wer hindert uns an erfülltem Sex? Was sage ich zu dem/der anderen? Muss ich mich vorher outen und wie mache ich das? Was können wir für Sex machen, was macht uns Spaß und was macht uns an, was gibt es für Hilfmittel usw.

Max Teilnehmerzahl: 25

(Gabriel & Lukas)


Workshop 6 (Samstag, 10 bis 12.30 Uhr)

BeraterInnen

Das Geschäft des Ratgebens scheint nicht weniger anstrengend zu sein, als das des Ratsuchens. Häufig trifft ein Mensch nach langer Suche und mit so einigen Misserfolgserfahrungen auf eine Person, die (in aller Regel ehrenamtlich) Beratung anbietet. Eine Motivation hierfür ist oft die eigene Erfahrung von unzulänglicher Information und Unterstützung. Die Zeit der eigenen Suche ist manchmal noch gar nicht so lange her - beste Voraussetzung dafür, zu wissen, um was es geht.

Beide können jetzt glücklich sein, sich gefunden zu haben... und sind es allermeist auch. In manchen Fällen aber scheint irgendwas schief zu gehen. Die_der Berater_in ist nach so einem Gespräch ziemlich schlapp, hat das Gefühl, gar nicht richtig Rat gegeben zu haben, ein Missverständnis scheint dem anderen gefolgt zu sein...

Ich möchte mit Teilnehmer_innen ins Gespräch kommen, die Beratungserfahrung gesammelt haben und dabei schwierige Situationen bewältigen mussten. Wichtige Aspekte werden dabei strukturelle Phänomene (z.B. Altersgefälle, Bewertungserwartungen, -befürchtungen), biographische Phänomene (z.B. Trigger, Blockierungen) und psychodynamische Phänomene (Hilfegefälle, Übertragungen, Funktionen) sein. Vorwiegend soll ein Raum für Reflexion und auch Selbsterfahrung entstehen.

(Mari)


Workshop 7 (Samstag, 10 bis 12.30 Uhr)

Workshop für Eltern : Transsexualität in Kindheit und Jugend

Vortrag

  • Fehler in der Himmelsfabrik?

  • Wieso ist ein Mensch transsexuell

  • Wie gehe ich als Elternteil mit der Problematik um

  • wie mache ich das richtige für mein Kind?

  • an wen kann ich mich wenden?

  • was zahlen die Kassen?

  • wie ist die juristische Lage

  • wann und wo kann mein eine gegengeschlechtliche Hormontherapie erhalten?

  • welche Bedeutung spielt die Rolle der Eltern als Vormund?

  • wie gehen die betroffenen Kinder/Jugendlichen in der Schule - Öffentlichkeit mit ihrer transsexuellen Problematik um?

  • wann kann eine Vornamensänderung beantragt werden?

  • wann und wo kann eine geschlechtsangleichende Operation durchgeführt werden?

  • welche Risiken bestehen?

Zum Abschluß besteht ausreichende Gelegenheit, Fragen zu stellen, zu diskutieren.

Achtung, die Anzahl der Teilnehmer_innen ist auf 20 begrenzt!

(Louis & Christina, TransFamily, transfamily.de)


Workshop 8 (Samstag, 10 bis 12.30 Uhr)

Ausschließlich trans*? Oder ausschließend trans*?

Mitglieder einer Gruppe unterscheiden sich durch bestimmte Kriterien, Merkmale oder Einstellungen von Nicht-Mitgliedern. Wird keine Grenze zwischen außerhalb und innerhalb gezogen, gibt es auch keine Gruppe. Demnach ist das Erschaffen von Kategorien Voraussetzung für die Existenz von Gruppen. Wer sich einer Gruppe zugehörig fühlen will, der muss sich ihren Kategorien unterordnen.

Soviel zur Theorie. Bleibt die Frage, ob Gruppenbildung in der Realität auch anders möglich ist?

Dieser Frage möchten wir in unseren Workshop nachgehen und gemeinsam darüber diskutieren, auf welche Weise sich die Trans*-Community nach außen abgrenzt. Wer darf dazugehören, wer nicht und nach welchen Regeln wird das entschieden?

Erschaffen wir, um uns als Gruppe derjenigen, die sich gegen die Kategorie "Geschlecht" richten, zu definieren, neue Kategorien und Ausschlüsse? Sind solche Kategorien nötig, oder ist es widersinnnig, die eine Kategorie einzureißen und dafür die nächste zu produzieren? Wie glaubwürdig ist es, "den Menschen da draußen" vorzuwerfen, dass sie sich an die Geschlechterkategorie klammern, wenn mensch selbst nicht ohne Kategorien auskommt?

(TJC und Philipp Fuge)


Workshop 9 (Samstag, 10 bis 12.30 Uhr)

Transen vor der Kamera - und dahinter!

Wie bedient man eine Kamera? Wie plane ich ein Interview und worauf muss ich beim Dreh achten? Und was mache ich mit dem fertigen Material?

In diesem Workshop wollen wir in zwei Blöcken die ersten Grundlagen der Kameraarbeit lernen und gleich bei einem kleinen Doku-Projekt hier auf der Tagung ausprobieren. Das Filmmaterial wird mit dem Standard-Programm Movie Maker geschnitten und je nach Wunsch auf einer Online- Plattform veröffentlicht.

Der Workshop richtet sich an Anfänger_innen ohne oder mit nur geringer Filmerfahrung; vermittelt wird eine erste Einführung ins Filmen.

Neben dem Spaß am Filmen und der Arbeit in der Gruppe steht hinter dem Workshop auch ein kleiner politischer Gedanke: Bessere Sichtbarkeit für Transmenschen und lautere Artikulation der eigenen Interessen. Oft wird über trans* nur von anderen gesprochen und selbst bestimmte Bilder gibt es immer noch zu wenig. Mit der Vermittlung von Kamerakenntnissen und der Interviewform sollen mehr Transmenschen die Möglichkeit bekommen, über ihr Bild und ihre Stimme in den Medien selbst zu bestimmen.

Kameras und Computer sind vorhanden. Voranmeldung nötig, die TN Zahl ist auf 9 begrenzt, Bereitschaft zur Gruppenarbeit Voraussetzung.

Teil eins (Praxis und Planung)
Teil zwei (Schnitt und Veröffentlichung): Sonntag, 10 - 12.30 Uhr
Dazwischen Interview nach eigener Zeitplanung.

(Jasper)


Workshop 10 (Samstag, 13.30 bis 16 Uhr)

Rubber workshop - DIY Strap on harnesses and more!

You'd be surprised what you can make with recycled bicycle innertubes - Cuffs, collars, belts, strap-on harnesses, floggers, bowties or anything else you can think of. And it's all vegan, environmentally friendly, and 100% DIY. Learn how to design and make your own creations!

DIY rubber: http://www.myspace.com/rubberbykat

(Kat)


Workshop 11 (Samstag, 13.30 bis 16 Uhr)

Glücklicher wohnen im eigenen Körper!

Die Möglichkeit zum Austausch und zum Nachfragen zu Hormonen und OPs, Mediziner_innen, Therapien und Therapeut_innen, Gutachten und allem, was wichtig sein könnte, wenn der eigene Körper sich verändern soll. Wir wollen erkunden und besprechen, was mensch dabei möglicherweise Sorgen oder Angst macht und Fragen nachgehen, die mensch sich vielleicht bisher nur im eigenen Kopf gestellt hat... wie z.B. "Kann man Hormone probeweise nehmen?" - "Was dürfen Ärzte eigentlich?" - "Was sind die Gründe, (keine) Hormone zu nehmen, (k)eine OP machen zu lassen?" - "Welche Nebenwirkungen können die OPs haben?" - "Gibt's Alternativen zur Schulmedizin?" - "Wenn ich 'was' machen lasse, was kann 'das' dann?" - "Darf ich als Trans*Mensch Angst davor haben, was medizinische Maßnahmen mit mir machen könn(t)en?"

Dieses Jahr wendet sich der workshop explizit an Trans*Menschen, die sich auf ihrem Lebensweg gerade mit der Entscheidung konfrontiert sehen "Hormone ja oder nein" und/oder "Operation(en) ja oder nein". Teilnehmer_innen: max. 25 Personen - bitte während der Tagung vorab in die Listen eintragen!

(Eric und Julia)


Workshop 12 (Samstag, 13.30 bis 16 Uhr)

Trans* in Beziehungen

Dieser Workshop richtet sich an Trans*menschen in der Transition. Mit Beginn der Transition verändern sich die Rollen innerhalb einer Beziehung. Beziehungen verändern sich nach Außen - plötzlich sind es schwule, lesbische oder Heterobeziehungen - aber auch nach Innen. Wie gehen wir und auch unsere Partner_innen mit diesen Veränderungen um? Wie können wir die anfänglichen Unsicherheiten positiv verändern? Kann mein eigenes Trans*sein auch eine Bereicherung für meine Beziehung sein? Dieser Workshop soll als Erfahrungsaustausch genutzt werden.

(Ben)


Workshop 13 (Samstag, 13.30 bis 16 Uhr)

Inwieweit beeinflusst das Trans*-Sein eigene Geschlechterbilder?

  1. Welche Rolle spielt der eigene Körper? Viele Trans*menschen lehnen ihren Körper ab. Viele lehnen als Konsequenz dazu auch das Geschlecht ab, das üblicherweise diesem Körper zugeordnet wird. Das bleibt häufig auch nach angleichenden Maßnahmen so. Warum?

  2. Sind Trans*menschen zwangsläufig reflektierter im Umgang mit Geschlechtern? Ist es aufgrund umfassender Beschäftigung mit dem Thema "Geschlecht" selbstverständlich, sämtliche Geschlechter zu akzeptieren - egal, ob sie sich über Körpergeschlecht ("sexuality") oder gefühltes Geschlecht ("gender") definieren?

  3. Inwieweit spielt die Selbstdefinition hier eine Rolle? Nimmt möglicherweise der Drang, andere zu kategorisieren, um sich selbst besser definieren und abgrenzen zu können, zu?

Hierzu würde ich gern Gruppenarbeiten machen und mich anschließend mit den Teilnehmer_inne_n über die Ergebnisse austauschen und schauen, inwieweit die Ergebnisse geeignet sind, den Umgang mit Geschlechterbildern zu verändern.

(TJC)


Workshop 14 (Samstag, 13.30 bis 16 Uhr)

Transgender ohne OP im Job

Die Angst vor negativen Folgen eines Coming-out als Transgender am Arbeitsplatz ist groß, aber der Wunsch und/ oder die Notwendigkeit einen Brückenschlag zu finden zwischen Berufs- und Privatleben ist größer.

Wann ist der richtige Zeitpunkt?

  • Wen spreche ich zuerst an?

  • Wie wichtig ist mir eine Namensänderung (von Heidi zu Peter oder umgekehrt)?

  • Welches Pronomen verwende ich?

  • Welche Kompromisse werden eingegangen? Wo sind die Grenzen?

  • Was geht, was geht gar nicht?

Der Workshop richtet sich an berufstätige Transgender, die keine (oder im Moment keine) Transition/Angleichung anstreben und einen Austausch mit Gleichgesinnten suchen, die vor einem Coming-out am Arbeitsplatz stehen, oder die diesen Schritt bereits erfolgreich vollzogen haben und ihre Erfahrungen weitergeben möchten.

Moderation: Mika
TransgenderButch, Architekt
Teilnehmerzahl: max. 15


Workshop 15 (Samstag, 13.30 bis 16 Uhr)

Die fallen aus der Rolle

Über den Umgang mit Transgender-Jugendlichen und transsexuellen Jugendlichen in der Schule

Workshop für Lehrer_innen, Lehramtsanwärter_innen, Lehramtsstudent_innen, Tätige in der Lehrer_innenbildung, Sozialpädagog_innen und anderen pädagogisch Interessierten.

Immer öfter begegnen und im pädagogischen Alltag Jugendliche oder sogar Kinder die bezüglich ihrer Geschlechtsidentität „aus der Rolle fallen“. Dies können transsexuelle Kinder und Jugendliche sein, die für sich deutlich erkannt haben, dass ihr biologisches Geschlecht nicht dasjenige ist, mit dem sie sich identifizieren oder auch Transgender- Jugendliche bzw. -Kinder, die sich zwischen den beiden Geschlechtern heimisch fühlen oder mit den Geschlechterzuordnungen gar nichts anfangen können.

Schule ist auf solche Schüler und Schülerinnen nicht eingestellt. Sie stellen uns vor Probleme und werfen viele Fragen auf. Wie können sie vor Mobbing geschützt werden, wie können wir sie unterstützen? Wie können wir in der Klasse mit der von ihnen hineingetragenen Irritation vielleicht sogar produktiv umgehen?

Erstmals soll im Rahmen der Berliner Trans*tagung (Trans*tagung Berlin 2009), die zum 13. Mal stattfindet, ein Workshop zu diesem Thema angeboten werden.

Die Teilnehmer_innen bekommen neben einem inhaltlichen Input zu Begrifflichkeiten und Gesetzeslage Gelegenheit für Fragen und Erfahrungsaustausch. Gemeinsam soll darüber nachgedacht werden, wo Unterrichtshandeln und die Institution Schule transsexuelle und Transgender-Schüler_innen ausgrenzt und wie dies vermieden werden kann, wie sie unterstützt werden können und wie geeignete Reaktionen auf schwierige Situationen im Klassenraum aussehen können.

Der Workshop wird von Teach-Out von ABqueer e.V. durchgeführt (www.abqueer.de).

Kontaktperson ist Martin Fuge: martinfuge[at]googlemail.com


Workshop 16 (Samstag, 13.30 bis 16 Uhr)

Farb- und Stilfindung/Was wir im Styling tun können, um durch Außenwirkung in Harmonie mit unserem Inneren zu kommen

Vortrag: Klischees und Meinungen über jeden einzelnen von uns, die durch unsere äußere Erscheinung/unseren Look beim Betrachter hervorgerufen werden, sollen ebenso beleuchtet werden wie die Zusammenhänge, die es zu beachten gilt, damit man möglichst authentisch und angenehm, weniger "verkleidet" oder "angemalt" aussieht.

Farb- und Stilberatungskriterien gelten für alle Menschen, unabhängig von Alter und Geschlecht. Das Dargebrachte ist vielfach erprobt und angewandt. Mein Vortrag beleuchtet es auf eine lustige und gleichzeitig auch sehr eingängige Weise, die keine Fachkenntnisse voraussetzt, sondern mit Beispielen aus der Welt der Promis sowie mit Märchengestalten arbeitet, die wir alle seit unserer Kindheit kennen.

(Michaela Butsch-Magin)


Workshop 17 (Samstag, 16.30 bis 19 Uhr)

Angekommen in der Männlichkeit

Für "fortgeschrittene" TransMänner, Workshop über die "wirkliche" Bedeutung des Mann-Seins und die inneren Prozesse hin zur Männlichkeit/Mannwerdung. In diesem Workshop geht es nicht mehr um Fragen bezüglich Hormonen, OP-Methoden, Passing oder Coming Out, vielmehr um das Leben mit der "Unvollkommenheit". Jenseits von Passing, Hormonen und Operationen erkennen wir oft, dass es noch viel zu tun gibt:

Ernüchterung, Feststellung der feinen Unterschiede zwischen den Geschlechtern, Spüren der weiblichen Sozialisierung und Unsicherheiten im Umgang mit uns und anderen. Weg vom Überspielen und Schön-Reden; ein offener und ehrlicher Austausch unter Transmännern und darum, wie wir unser Leben leben. Reden über das Mann Sein jenseits von Passing. Was hat die weibliche Sozialisierung mit uns gemacht, was müssen wir noch lernen, um Männer zu sein. Ein Workshop ohne Bewertungen, ohne Diskriminierungen. Eingeladen sind alle TransMänner, die sich selbst als fortgeschritten und vielleicht auch als "fertig" definieren.

Max Teilnehmerzahl: 25

(Gabriel)


Workshop 18 (Samstag, 16.30 bis 19 Uhr)

Workshop für PartnerInnen - Transensual

If attraction to the same sex makes you homosexual or bisexual, does attraction to people of indeterminate or transfigured sex give you an identity, too?*

Transensual beschreibt das "Sich-hingezogen-Fühlen" zu und das Begehren von Menschen, jenseits der Zweigeschlechtlichkeit.

Dieser Workshop ist offen für PartnerInnen oder Wanna-be-PartnerInnen von FtM's, MtF's, Tomboys, Butches, Shemales, Ladyboys, DragKings oder DragQueens. Die Frage im Workshop ist nicht, wen wir begehren, sondern wer wir sind.

Was sind die positiven, was die negativen Seiten der Transition unserer PartnerInnen? Wie gehen wir mit der Zurückweisung und dem Unverständnis von Homo- und Straight-Community um? Hat die Begleitung und Unterstützung unserer PartnerInnen unser Verständnis von Geschlecht und Körper verändert? Haben sich unsere Identität bzw. Perspektive verändert, auch wenn wir uns äußerlich keinen Modifikationen unterzogen haben?

All diese und andere Fragen sollen im Workshop angesprochen und gestellt werden können.

(Anne)


Workshop 19 (Samstag, 16.30 bis 19 Uhr)

Transidente Familiensysteme

Für mich bedeutet Transidentität (wie übrigens jede andere Identität) vor allem Beziehungsgeschehen. TI entsteht und entwickelt sich nicht im luftleeren Raum, sondern konstruiert sich in Beziehungen. Beziehungen lassen zwischen einer bestimmten Anzahl von Menschen (Familie, Paar, Gruppe...) ein System entstehen. Jeder Mensch ist Teil eines solchen Systems. Also spreche ich nicht von transidenten Personen, sondern von transidenten Systemen. Aus dieser Hypothese könnte sich ein WS ergeben, in dem die Teilnehmenden über die wechselseitigen Einflüsse, Veränderungen, welche sie bei sich und ihren Gegenübern erlebt haben, beraten...und was diese Veränderungen wiederum an weiteren Veränderungen ausgelöst haben. Eingeladen sind also alle, die sich als Teil eines transidenten Systems betrachten, die sich in ihrem Beziehungsgeschehen mit Transidentität beschäftigen (indem sie diese erklären oder verstehen wollen/ müssen). Die Unterscheidung in sog. "Betroffene" und "Angehörige" ist kaum mehr möglich/sinnvoll. Sehr gern sind auch Paare, Familien, Familienteile eingeladen.

Wenn Sie also eine Fragestellung oder ein Problem bewegt, welches nach ihrer Meinung in Zusammenhang mit Transidentität steht und Sie damit ein Stück weiter kommen, eine erste Lösung finden wollen, dann wenden Sie sich im Vorfeld der Tagung an mich: kontakt[at]mari-guenther.de; mehr erfahren Sie hier.

(Mari)


Workshop 20 (Samstag, 16.30 bis 19 Uhr)

Proud to be a freak - trans* (und anderes)

Ja, eigentlich bin ich "out and proud" stehe voll zu meinem trans*/lesbisch/bi/genderqueer/whatever-(unvollständige Aufzählung!)-Sein oder zu meinem Partnerin/Freund/Kumpel, die so ist. Aber ab und zu gibt es Situationen, eine blöde Frage, ein fremder Kontext, ein schlechter Tag und der falsche Blick morgens in der Straßenbahn - und plötzlich ist da dieser Zombie mit dem Namen "Scham".

Wann taucht er auf? Wo kommt er her und was haben wir ihm entgegenzusetzen?

Das sind die Fragen, denen wir in diesem Workshop mit größtmöglicher Offenheit nachgehen wollen.

(Nico)


Workshop 21 (Samstag, 16.30 bis 19 Uhr)

inbetween & furthermore - Leben jenseits der Zweigeschlechtlichkeit

Ein Workshop für alle, bei denen weder_noch-Sein, Dazwischen- oder sowohl_als_auch-Sein und ähnliches zum eigenen Leben gehört.

Wir möchten uns mit Euch über (Alltags-)Erfahrungen austauschen, über die persönliche und politische Suche nach Räumen jenseits der Zweigeschlechtlichkeit, und über Strategien und Wege, wie weder_noch-Sein, inbetween- und sowohl_als_auch-Sein lebbar ist.

(Wir möchten mit dem Workshop pünktlich anfangen...!)

(weder*noch*gruppe)


Workshop 22 (Samstag, 16.30 bis 19 Uhr)

"Ich bin Trans, sagte die Transe. Und Sie?"

Kommunikationsworkshop

Als Transmenschen geht es uns wie allen Menschen: Wir wollen und müssen mit der Umwelt kommunizieren. Ganz grundsätzlich gibt es viele Arten das zu tun, keine davon ist letztlich besser oder schlechter, manche davon sind aber zielführender als andere. Kurz: Es gibt kein Nicht-Kommunizieren, denn wir kommunizieren auch, wenn wir schweigen. Jede Kommunikation nimmt Einfluss auf die Umwelt. Es liegt zu 50% an uns, wie wir diesen Einfluss gestalten. Diese 50% verlaufen dabei ganz variabel auf einem großen Spektrum von Möglichkeiten.

Als Trans*menschen haben wir es allerdings manchmal schwerer, die vollen 50% auszuschöpfen: Zum einen wirken bei uns Signale häufig anders auf die Umwelt als beabsichtigt, denn jede Kommunikation trifft auch auf Gender-Erwartungen des Gegenübers. Zum anderen müssen wir zwangsweise, spätestens ab unserem Coming Out mit wilfremden Menschen über einen Bereich reden, der persönlicher gar nicht sein kann: uns.

Der Workshop wird hauptsächlich aus Übungen bestehen. Wir werden damit beginnen herauszufinden wie wir kommunizieren und dann in Rollenspielen generelle Kommunikationsstrategien üben und auch neue positive Erfahrungen machen. Es geht unter anderem darum zu erkennen und zu erfühlen, was wir kommunizieren wollen, dann zu schauen, welche Möglichkeiten uns dazu offen stehen und dann die Wahl zu treffen. Dann werden wir uns transspezifische Situationen ansehen.

Zwischen den Übungen wird es die Möglichkeit geben sich auszutauschen.

Ein Kommunikationsworkshop mit Übungen ist in gewisser Weise auch immer ein Selbsterfahrungsworkshop. Daher möchte ich die Zahl der Teilnehmenden auf 16 Menschen begrenzen (max. 20, wenn der Raum groß genug ist) und euch bitten pünktlich zu sein, damit nicht zuviel Unruhe durch Nachzügelnde entsteht.

Freu mich auf euch, lg Dan

(Dan)


Workshop 23 (Sonntag, 10 bis 12.30 Uhr)

Chinesische Medizin und Hormonnebenwirkungen

mit Qigong Übung am Anfang und Anregungen zur Lebensführung

Hormoneinnahmen haben leider manchmal unerwünschte Nebeneffekte.

Jede Person, die Hormone einnimmt, kann dennoch gegen einige dieser Nebeneffekte etwas unternehmen und mehr für ihre Gesundheit tun.

Leitfragen dieses Workshops werden sein:

Was bewirken Hormone aus Sicht der Chinesischen Medizin im Körper?

Wie könnte eine persönliche Gesundheitspflege aussehen?

Zu meiner Person:

Ich arbeite seit 1993 als Heilpraktikerin und begleite seit etwa 10 Jahren Trans*Personen in ihrer Transition mit verschiedenen naturheilkundlichen Methoden, wie Homöopathie, chinesischen Heilkräutern, Akupunktur und Ernährungsberatung.

(Sibylle)


Workshop 24 (Sonntag, 10 bis 12.30 Uhr)

Workshop für PartnerInnen

(Martin Fuge)


Workshop 25 (Sonntag, 10 bis 12.30 Uhr)

Spätzünder

"Spätzünder". Für alle TMs, TFs und TGs, die erst in der Mitte des Lebens gemerkt haben, was mit ihnen los ist (für Menschen ab 40). Und wie man damit glücklich wird.

Wie ist das für Leute, die mitten im Leben stehen, mit eigener Familie oder Partner, in einem Umfeld von uralten Freunden und Bekannten, mit einem festen Job, den man nicht riskieren kann, etc. Gestalten sich Outings anders, als wenn man 20 ist? Kann man auf seine "alten Tage" mit trans glücklich werden? Welche Probleme und Sorgen hat man damit, welche Sachen fallen aber auch leichter?

(Henry)


Workshop 26 (Sonntag, 10 bis 12.30 Uhr)

Warum mag mich niemand?

Wie sehen wir uns? Wie sehen uns die "Anderen"? Was tun wir dafür, dass uns die "Anderen" so sehen? Sehen wir nur unsere Defizite? Was hat das für Auswirkungen auf unseren Status in der Gesellschaft? Und was hat "Empowerment" mit all dem zu tun?

In diesem Workshop soll im Rahmen von Gruppenarbeiten, Diskussionen und möglicherweise Rollenspielen (sofern die Zeit reicht) versucht werden, die Erinnerung an eigene, in Vergessenheit geratene Ressourcen zu wecken und deren Potential für ein größeres Maß an Selbstbestimmung zu erkennen.

Maximale Zahl von Teilnehmenden: 20

Die_der Workshopleiter_in treibt sich seit Jahren mit einigem Erfolg im Nirvana der zweigeschlechtlichen Gesellschaft herum, hat bereits den ein oder anderen Workshop (teilweise zusammen mit den blauen käfern) geleitet und stolpert nach persönlichem Empfinden zu häufig über (Trans)Menschen mit grundlos zu wenig Selbstbewusstsein. Sie_er erhebt nicht den Anspruch, alles richtig zu machen, weshalb der Kernpunkt des Workshops auch in der - hoffentlich gegenseitig befruchtenden - Diskussion liegen soll.

(TJC)


Workshop 27 (Sonntag, 11 bis 12.30 Uhr)

"Zwischen Politik und Pragmatik" - Diskussionsrunde

Die Schwulenberatung Berlin hat ein Trans*-Team, deren Mitglieder innerhalb von individuellen Betreuungsverhältnissen erwachsene Menschen, welche sich in weitem Sinne als Trans* beschreiben, über einen längeren Zeitraum begleiten. Das Team möchte sich, seine Arbeit, deren Schwerpunkte und das Spannungsfeld, in dem es sich bewegt, vorstellen. Verschiedene Aspekte sollen näher beleuchtet und mit den Teilnehmer_innen diskutiert werden.

Die Betreuungsverhältnisse werden über das Sozialamt finanziert, wobei die finanziellen Verhältnisse des Klientels und naher Verwandter auf Kostenbeteiligung hin geprüft werden. Wer Alg II bekommt, muss nicht zahlen, wer etwas mehr hat, muss für die Hilfe, die er_sie braucht, zahlen, sich im Zweifelsfalle dafür mit den Eltern auseinandersetzen...

Die Bewilligung einer solchen Betreuung hängt von einer psychologischen Begutachtung durch den sozialpsychiatrischen Dienst ab. Zur Begründung werden verschiedene Diagnosen (z.B. Depression, Schizophrenie) und die seelische Gesundheit bedrohende Lebensumstände herangezogen. Manchmal genügt allein die Diagnose einer Transsexualität und Schwierigkeiten im sozialen Geschehen...

Wir nutzen damit letztlich trans* -pathologisierende Strukturen des Gesundheits- und Sozialwesens, kooperieren eng mit Gutachtern, Psychiatern, unterstützen Psychotherapie, folgen weitgehend den Vorstellungen von Krankenkassen und MDK – um für das Klientel möglichst schnell pragmatische Lösungen zu finden.

Z. B. in der Auseinandersetzung mit Arbeitsämtern wird die Transsexualität als Begründung herangezogen, derzeit nicht voll vermittelbar zu sein... Transsexuelle sind irgendwie krank, nicht richtig lebensfähig - und bekommen durch uns eine "Eingliederungshilfe" in die Erwerbsgesellschaft, sollen wieder funktionieren...

Unsere eigene Einstellung im Team - Transidentität in all ihren Ausprägungen als eigenständige und anerkannte Lebensweise zu betrachten und als solche zu unterstützen, kommt nach außen kaum zum Tragen?! Unterminieren wir damit die politischen Anstrengungen der Trans* Community zur Anerkennung und Entpathologisierung von Trans* Lebensweisen? Spielen wir das Spiel nur mit? Oder kommt es darauf an, wie und auf welche Art und Weise wir das tun?


Workshop 28 (Sonntag, 10 bis 12.30 Uhr)

Trans*&Transzendenz/Tantra-Workshop zu einer Trans*-Begabung, die glücklich macht

Wir möchten Euch in einem Workshop anhand einer Mischung aus tantrischem Vortrag, meditativer Innenschau, energetischen Übungen, heilsamen Berührungen und Spielsequenzen ein Konzept aus Präsenz und Körperarbeit vorstellen, der Trans*menschen den Weg zu sich selbst und der eigenen Sexualität erleichtern kann. Der tantrische Weg arbeitet in seiner modernen Form ohne sektenhafte Geheimniskrämerei und in absoluter Freiwilligkeit in den Schritten, die für den Einzelnen dran sind.

Bitte kommt in lockerer Kleidung und bringt eine Decke und Iso-/Jogamatte für den Boden sowie ein Sitzkissen mit, am besten ein Meditationskissen. Wichtig sind auch dicke Stricksocken, wer hat mit ABS gegen Rutschen oder bequemes, leichtes Schuhwerk (Gymnastikschläppchen, Zehenlatschen oder Hausschuhe), da man sich in Straßenschuhen schlecht setzt/bewegt.

(Michaela Butsch-Magin & Gaby Kreuz)


Workshop 9 (Sonntag, 10 bis 12.30 Uhr)

VideoWS - Fortsetzung

Teil zwei (Schnitt und Veröffentlichung)

Teil eins: Samstag, 10 - 12.30 Uhr

(Jasper)


"Beratung to go" - Beratung rund um Trans*Themen

Während der Tagung, am 3. und 4. Oktober, findet eine Beratung von/für Trans*menschen statt. Interessent_innen können sich in die in der BAH aushängenden Listen eintragen. Ort: BAH, 2. OG, Raum hinten rechts

Ein Angebot der Trans*InterBeratung Berlin (TRIQ e.V., ABqueer e.V., TGNB)